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Grundsätze der Zürcher Sozialdemokratie

Inhalt jetzt

Die massive Niederlage der SP Zürich bei den kantonalen Wahlen vor zwei Jahren hat innerhalb der Partei intensive Diskussionen über das was und das Wie des weiteren Vorgehens ausgelöst. Am Parteitag vom kommenden 1.November wird nun vorerst über Veränderungen der Parteistrukturen befunden. Eine Auseinandersetzung mit Inhalten soll gemäss Geschäftsleitung nach der Strukturbereinigung nachgeholt werden. Die SP Zürich 6 ist der Meinung, dass es für eine solche innerparteiliche Diskussion keine weitere Verzögerung geben darf. Denn: In bereits anderthalb Jahren stehen die nächsten Wahlen vor der Tür. Und diese werden aufgrund von Inhalten und nicht aufgrund von Strukturen zwischen den Parteien entschieden. Die Sozialdemokratie hat für Wählerinnen und Wähler offensichtlich an Kontur verloren. Im Hinblick auf die kommenden Wahlen drängt sich daher für die SP ein Rückbesinnen auf die Grundwerte auf. Als Grundlage einer zu führenden inhaltlichen Diskussion unterbreiten die Zürich 6 der Kantonalpartei ein Manifest, das aus der Arbeit einer Arbeitsgruppe entstand und anlässlich zweier Mitgliederversammlungen diskutiert und für gut befunden wurde.

Nicola Behrens und Christoph Gut
Präsidium SP6

Was wir wollen

Eine solidarische Gemeinschaft, die niemanden ausschliesst

Solidarität ist der notwendige Grundwert einer gerechten, friedlichen und prosperierenden Gesellschaft

Die Sozialdemokratie baut auf dem Grundgedanken auf, dass es der Gemeinschaft dann am besten geht, wenn jeder für das Wohl aller besorgt ist und seinen Eigennutz hinter den Gemeinnutz zurückstellt. Der Einzelne hat sich zu fragen, was er für die Gemeinschaft leisten kann und will. Der neoliberale Glaube, es ginge der Gemeinschaft besser, wenn jeder Einzelne nur seinen persönlichen Vorteil sucht, ist für uns ein Irrweg.

Auch die nationalkonservative Auffassung, Schweizerinnen und Schweizer müssten immer und überall bevorzugt werden, widerspricht unserer Auffassung von Gerechtigkeit und wird abgelehnt.

Soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit für alle

Soziale Gerechtigkeit kann nur ein starker Staat garantieren

Für die Sozialdemokratie hat die demokratisch gestaltete Politik Vorrang vor der durch das Kapital dominierten Privatwirtschaft. Es gibt Grundanliegen aller Menschen, die der “freie Markt" nicht zu befriedigen vermag. Dazu gehören namentlich der Schutz von sozial Schwachen, von Armen, Kranken, Arbeitslosen, Benachteiligten aller Art und der nachhaltige, langfristige Schutz der natürlichen Grundlagen. Es zählen aber auch viele weitere für das Funktionieren einer solidarischen Gesellschaft und für eine gute Lebensqualität unabdingbare Leistungen dazu, beispielsweise die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit, ein befriedigender Service public für alle und der Ausgleich zwischen Reich und Arm.

Demokratische Mitbestimmung und Mitwirkung in allen gesellschaftlichen Bereichen

Ein Ausgleich der Interessen ist nur möglich durch Mitbestimmung und Mitwirkung

Die demokratischen Rechte sind auszubauen. Es gibt viel zu viele Bereiche ­ insbesondere grosse Teile der Wirtschaft -, in denen der Einzelne nichts zu sagen hat.

Den nachhaltigen Schutz von Mensch und Umwelt

Eine Welt, in der auch zukünftige Generationen noch ein lebenswertes Leben haben können, verlangt einen vernünftigen, zurückhaltenden Umgang mit den endlichen Ressourcen der Erde

Ökologische Anliegen haben dabei immer auch eine soziale Dimension: Die vorhandenen Ressourcen müssen allen gleichmässig zugute kommen können, die Belastungen der Umwelt müssen möglichst vermieden und von den Verursachern abgegolten werden.

Internationalität

Die SP ist Teil einer internationalen Bewegung

Die SP steht an der Seite all jener, welche sich bemühen, die Welt gerechter, sozialer und nachhaltig ökologischer zu machen. Sie will in den Menschen die Hoffnung wecken, dass sie ihre eigene Situation und jene der Welt verbessern können und dies durch eigenes Handeln. Sie steht auch an der Seite jener, die scheinbar keine Perspektiven mehr haben. Wir Sozialdemokraten unterstützen daher alle internationalen Organisationen, die Ähnliches wollen.

Wir halten es für falsch, wenn die Schweiz nicht Mitglied internationaler Organisationen wird, die sie im dargelegten Sinn beeinflussen und prägen könnten. Daher unterstützen wir auch einen Beitritt zur EU.

Konsequenz

Die SP Zürich hält sich in ihrer Arbeit an diese Prinzipien

Dies alles bedingt, dass sozialdemokratische Politik im Kanton Zürich sich entscheidend ändern muss.

Die Basis soll besser als in letzter Zeit in die Entscheidungsfindung eingebunden werden. Die Parteileitung muss darum bemüht sein, dass die Partei auf allen Ebenen lebt und dass Strukturen geschaffen werden, die eine möglichst breite Abstützung von Entscheiden erlaubt. Partikularinteressen von einzelnen Gruppen (Jusos, Feministinnen, Secondos etc.) müssen immer auch am Gesamtinteresse der ganzen Partei gemessen werden.

Solidarische Kritik an eigenen Mandatsträgerinnen und -trägern liegt im Interesse der SP und ist erwünscht.

Pausenäpfel Wir kämpfen stetig weiter

Thesen zuhanden des ausserordentlichen Parteitages der SP Zürich vom 1.11.2008
Autoren: Werner Sieg, Andreas Burger, Christoph Gut, Mischa Kissling et al.
(Verabschiedet an der MV SP6 vom 28.4.2008; Vorstandssitzung SP6 vom 30.6.2008).
Letzte Änderung: 22.4.2012, 16:22 Uhr SP6.
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