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Christine Goll
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Würdigung einer vorbildlichen Genossin der SP 6
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Christine Goll Nationalrätin 1991 - 2011
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von Nicola Behrens Co-Präsident SP6
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An der Mitgliederversammlung der SP 6 vom 31. Januar
2011 hat Christine Goll, ihren Verzicht auf eine
erneute Kandidatur für den Nationalrat bekannt gegeben.
Sie erklärte uns damals diesen Entscheid damit, dass
Sie schon sehr jung gewählt wurde und sich nun 20 Jahre
lang im Nationalrat für unsere Anliegen eingesetzt
habe. Es sei sinnvoll neuen Kandidatinnen und
Kandidaten eine Chance zu geben. Und für sie der
Zeitpunkt gekommen, sich jetzt für die nächsten zehn
Jahre neue Aufgaben zu suchen und Ziele zu setzen.
Es war keine Selbstverständlichkeit, dass Christine Goll
gerade unsere Sektionsversammlung gewählt hat, um
diesen Entscheid bekannt zu geben. Ihren Einstieg in
die Politik erfolgte in sozialen Bewegungen, in der
Arbeit an und mit der Basis. Was “Basis" ist, wie das
Leben der ganz normalen Büezerinnen und Büezer ist, das
musste Christine nicht speziell lernen als Tochter
eines Druckers und einer italienischen Arbeitsmigrantin
die in Gastgewerbe und der Reinigung ihr Geld
verdiente. Nur schon, dass sie das Semi besuchte und
Reallehrerin wurde, ist ihr sicher nicht an der Wiege
vorausgesagt worden. Und dass sie sich in der
Mittelschulzeit in den Gewerkschaften, in
feministischen Aktionen und in der RML-Zeitung Maulwurf
engagierte, gilt auch nicht so als der übliche Start
für eine Karriere. Während der Bewegungszeit und danach
haben wir uns voll verpasst: Christine konnte wenig mit
dem AJZ anfangen und bei mir war nach 1983 die Luft
draussen, so dass ich mich nicht im Kanzlei engagierte.
Dort legte Christine los im Projekt der Volksuni, einem
Lernfest, das 1984-1987 drei Mal stattgefunden hat und
bestehende sozialen Bewegungen wie die Frauenbewegung,
die Gewerkschaften, die ökologischen Gruppierungen, die
Gesundheitsbewegten, die Friedensbewegung und die
kritischen WissenschaftlerInnen und ChristInnen zu
einem Erfahrungsaustausch zusammenbringen, vernetzen
sollte. Aus diesen Kontakten entwickelte sich der
“Wyberrat" eine Vernetzung der verschiedenen
Frauenprojekte und Frauenorganisationen in Zürich.
1986 folgte der Schritt über den “Wyberrat" hin- aus mit der
Gründung der FRaP!, der “Frauen macht Politik!", die
sich 1987 an den Kantonsratswahlen beteiligte und
Christine gleich ein Kantonsratsmandat einbrachte. 1991
errang die FRaP! sogar ein Nationalratsmandat, das
wiederum Christine Goll besetzte. Sie ist dann in Bern
Mitglied der SP-Fraktion geworden und hat 1998 in die
SP gewechselt.
Natürlich wechselt man nicht so einfach
die Partei. Aber sie hat von ihren politischen
Einstellun- gen und ihren Haltungen her schon längst zu
unserer Bewegung gehört.
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(Smart-Vote Spider)
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Zwar ist uns noch die eine oder andere ihrer Kritiken
in Erinnerung. Aber Christine hat immerhin mit der Wahl
der Sektion einen goldrichtigen Entscheid gefällt: Sie
ist ja in die SP 6 gekommen. Ich glaube, es versteht
sich von selbst, dass dies dann auch der
ausschlaggebende Grund gewesen sein muss, dass sie
schon zwei Jahre später im Oktober 2000 zur
Vizepräsidentin der SP Schweiz gewählt wurde! Diese
Funktion ab sie 2003 auf, als sie zur Präsidentin der
Gewerkschaft des VPOD (2003-2010) gewählt wurde.
Christine hat als ehemalige Vizepräsidentin der SP
Schweiz und als VPOD-Präsidentin ein unglaubliches
Beziehungsnetz aufbauen können. Sie hat in unzähligen
Sektionsbesuchen die ganze Bandbreite und
Vielfältigkeit der Partei erfahren und erlebt. Zwar
wird die Nationalratsfraktion mit ihrem Rücktritt eine
der profiliertesten Sozialpolitikerinnen verlieren.
Aber - es handelt sich ja um eine Würdigung und nicht
um eine Abdankung - wir wünschen, dass wir als Partei
und als Sektion weiterhin von unserer Genossin
Christine Goll profitieren können. Wir hoffen, dass
sich Christine Goll weiter- hin einbringt und
einmischt. Wir sind stolz und dankbar für alles, was
Du, Christine, - nicht nur für uns wenige, sondern für
alle - bisher erarbeitet und geleistet, angeschoben,
versucht und erreicht hast. Du trittst aus dem
Bundesparlament nicht ins Altenteil zurück, sondern um
noch das eine oder andere zu reissen. Dazu drücken wir
Dir von Herzen die Daumen und wünschen Dir noch eine
ganze Reihe von weiteren politischen, beruflichen und
privaten Erfolgen!
Mögen Deine Wünsche doch alle in
Erfüllung gehen!
Mit Genossengruss, Nicola
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